Pippa lebt mit ihren Zwillingen in der Villa Kuntabunt und beantwortet mir heute den Mama-Fragebogen! Ich freue mich sehr, denn als Zwillingsmama hat sie definitiv Interessantes zu berichten!


 

Wie heißt du und wie viele Kinder hast du?
Ich blogge unter dem Namen Pippa Nilsson und habe letztes Jahr unsere zwei Chaoskrümel Anni und Tom geboren.

Warst du gerne schwanger?
Meine Schwangerschaft war nicht die einfachste. Die ersten drei Monate war mir nur schlecht und bis auf eisgekühlte Getränke und etwas Eis konnte ich so gut wie nichts essen. Dann kam das zweite Trimester und von einen auf den anderen Tag hatte ich Appetit! Aber so richtig! Diesen Tag werde ich bestimmt nicht vergessen, denn ich habe alleine einen dreiviertel Pflaumenkuchen verdrückt! 😄
Anfang des dritten Trimesters hatte ich dann einen stark verkürzten Gebärmutterhals mit Trichterbildung und musste eine Woche lang im Krankenhaus liegen wegen drohender Frühgeburt und bekam bereits die Lungreife-Spritzen. Als ich nach Hause kam, hatte ich die Anweisung, nicht mehr als zwei Kilo zu tragen und so viel zu liegen, wie es ginge. Da ich zusätzlich eine Symphysenlockerung hatte, konnte ich eh keine großen Sprünge machen. Meine Oma war auf jeden Fall schneller mit ihrem Rollator als ich 🙈
Und trotzdem war ich wahnsinnig gerne schwanger und habe meine Kugel geliebt! Vielleicht, weil die Schwangerschaft davor in einer Fehlgeburt endete und unser Weg insgesamt wirklich lang, schwer und auch traurig war!

Wie war die Geburt deines Kindes / deiner Kinder? Wie hast du dich darauf vorbereitet?
Die Geburt war… schön und gruselig zugleich. Als die Krümel zusammen fast sechs Kilo wogen, ich mich wirklich kaum noch bewegen konnte, Wasser in den Händen dazu kam, habe ich aufgegeben. Wir haben einen Termin im Krankenhaus zur Einleitung gemacht und es fühlte sich unwirklich an. Nun sollte ich wirklich Mama werden? Ich?? Ich bezog mein Zimmer und bekam im Kreisssaal einen Wehencocktail. Da nichts Spektakuläres passierte (außer dass Toms Fruchtblase platzte), gab es am zweiten Tag ein Gel und am dritten Tag den Wehentropf. Am vierten stimmten wir dann einem Kaiserschnitt zu, der vermutlich sehr gut verlief, dank meines Kopfkinos aber meine kleine persönliche Hölle war. Vorbereitet habe ich mich mit Dammmassagen, falls eine natürliche Geburt geklappt hätte.

Wie hast du die ersten Wochen als Mama empfunden?
Im Krankenhaus fühlte ich mich alleine und komplett überfordert. Mein Mann musste einen Tag nach der Geburt für eine Woche auf einem Event (auch nachts) arbeiten und kam täglich leider nur knapp eine Stunde. Meine Mama und auch Freundinnen waren da, aber es war eben nicht mein Mann. Zum Glück hatte ich eine wahnsinnig tolle Nachtschwester die erste Nacht, in der ich heulend mit den beiden Krümeln im Arm auf meinem Bett saß und weder ein noch aus wusste und mich dazu vor Schmerzen kaum bewegen konnte. Sie erlaubte mir, bei jedem Pieps nach ihr zu klingeln und sie verbrachte fast die ganze Nacht bei uns. Jeden Tag wurde es ein bisschen besser und auch zu Hause wuchs ich langsam in meine Aufgabe herein. Nach 15 Wochen hörte das allabentliche Schreien (bis zu fünf Stunden am Stück) auf und ich konnte es mehr und mehr genießen. Manchmal habe ich die beiden angeschaut und mich gefragt, ob es das jetzt wirklich war, was ich mir so sehr gewünscht habe! Und auch, wenn jetzt vermutlich viele den Kopf schütteln und ich mich selbst vor diesen Gedanken gegruselt habe, so habe ich in der Zeit das erste Mal im Ansatz nachempfinden können, warum Eltern ihre Kinder im Affekt von Balkon werfen. 😢
Kurzgesagt war es wirklich ein kuntabuntes Pottpouri an Gefühlen, denn die überschäumende Liebe war ebenfalls da und überwog um Längen!

Was möchtest du anderen Schwangeren / Neu-Mamas mit auf den Weg geben?
An alle Schwangeren: Seid offen für alles, was nicht nach Plan läuft. Schnuller, Stillen, Kaiserschnitt: man hat genaue Vorstellungen, wie man es gerne hätte, sollte sich jedoch niemals darauf versteifen, denn irgendwas kommt immer dazwischen!
An alle Neu-Mamis: Nehmt Hilfe an (gerade am Anfang), lasst jeden (!) Besuch etwas zu Essen mitbringen und schlaft um Euer Leben! Auch, wenn diese erste Zeit wahnsinng nervenaufreibend ist, so kommt sie doch nie wieder. Nie wieder werden die Krümel diesen ganz besonderen Duft haben, nie wieder diese Neugeborenen-Geräusche machen. Saugt alles auf und denkt bei den anstrengenden Phasen immer daran, dass das alles normal ist. Und ganz wichtig: Hört immer auf Euer Bauchgefühl!!

Wie sieht deine Pflegeroutine als Mama aus?
Ich war nie jemand, der sich groß geschminkt hat, daher unterscheidet sich meine Pflegeroutine als Mama nicht wirklich zu der als Nicht-Mama: Ich dusche jeden Morgen nach dem Aufstehen, wasche meine Haare (nicht jeden Morgen), creme mich ein, nehme etwas getönte Tagescreme, Mascara und Deo und tüdel irgendwie meine Haare zusammen. Einmal die Woche epiliere ich die Beine und Achseln und gehe alle paar Monate zum Frisör. Das war es eigentlich schon…

Von der Pflege zur Entspannung: was tust du als Mutter nur für dich? Wobei kannst du abschalten?
Nur für mich habe ich schon lange nichts mehr getan, glaube ich. Oder zählen Frisörbesuche dazu? Einmal war ich in der Sauna und bei der Massage und einmal hatte ich eine Freundin abends zu Hause, wir haben uns indisch-vegetarisches Essen bestellt und über Gott und die Welt gequatscht. Im Moment ist es leider so, dass die Krümel wirklich schreckliche Nächte haben (die Krabbe bekommt gerade fünf und der Käfer vier Eck- bzw. Backenzähne) und ich schon froh bin, wenn ich zwei bis drei Stunden die Nacht am Stück schlafen kann. Nachdem ich die beiden also ins Bett gebracht habe, hüpf ich auch meist ins Bett oder auf die Couch. Ein paar Mal haben wir es sogar schon geschafft, einen Film in einem Stück zu schauen 😊

Inwiefern hast du dich verändert seitdem du Mutter bist?
Ich glaube, ich habe mich nicht allzusehr verändert, außer, dass ich meine Bedürfnisse ein riesengroßes Stück runtergeschraubt habe. Ich liebe anders bzw. mehr. Ich schaue diese beiden Chaoskrümel an und kann es gar nicht glauben, wie glücklich sie (zumindest tagsüber) sind! Sie umarmen mich und mein Herz schmilzt. Und sie können mich so wie sonst kein anderer zum Lachen bringen!

Wie sieht ein stinknormaler Mittwoch bei dir aus?
Mittwoch vormittags sind wir schon Ewigkeiten bei der musikalischen Früherziehung. Das klingt jetzt hochtrabender, als es ist: Wir sitzen im Kreis und singen für die Mäuse, während sie klingeln oder rasseln. Danach flitze ich schnell nach Hause und gebe alles, damit mir die Krümel nicht im Auto einschlafen. Zu Hause geht es dann gleich auf die Couch, wo sie mit einer Milch einschlafen. Gegen 15 Uhr gibt es Mittagessen und nachmittags entscheiden wir oft spontan, was wir machen: Manchmal besuchen wir meine Mama (oder sie uns), fahren Einkaufen oder Eisessen, gehen in den Garten oder toben drinnen ein bisschen. Um 17:30 Uhr gibt es Abendessen, danach baden die Krümel (in letzter Zeit übernimmt mein Mann das, während ich unten die Abend- und Nachtflaschen vorbereite), danach bringe ich sie ins Bett (ca. 19-20 Uhr), der Mann beseitigt unten das Chaos und entweder treffen wir uns dann unten oder ich bleibe direkt oben.

Wo kaufst du gerne für dich und dein(e) Kind(er) ein?
Oh, das ist ganz unterschiedlich. Ich habe einen wahnsinnig vollen Kleiderschrank, auch wenn ich irgendwie immer gleich angezogen aussehe. Das meiste ist von H&M, Esprit, und S.Oliver (Jeans mal ausgenommen). Für die Mäuse kaufen wir gerne bei H&M ein, aber auch Zara, Next, Marks&Spencer, Bellybutton, Steiff, Noppies, Phister&Philina liebe ich.

Möchtest du weitere Kinder?
Mein Kopf sagt mir zwar, dass zwei Kinder reichen, mein Herz und mein Bauch hätten jedoch zu gerne noch ein drittes. Mit Zwillingen ist vieles einfach nicht oder nur erschwert möglich: Gemütlich mit einem Baby im Cafe sitzen… sich in Ruhe beim Spazierengehen an einen See setzen und den Moment genießen… Spontan eine Freundin besuchen… Das alles klappte bei uns nur, wenn wir uns die Kinder aufgeteilt haben. War ich alleine mit beiden, war es kaum möglich. Vielleicht ist es mein naives (und egoistisches?) Ich, das alles, vor allem auch nochmal die Schwangerschaft, genießen möchte, das stillen können möchte. Mir ist bewusst, dass ein drittes Kind auch ganz anders sein kann. Vielleicht wird es ein kleiner Tyrann, aber da ich hier zwei komplett verschiede Exemplare habe (Tom als absolutes Anfängerbaby und Anni als kleine große Herausforderung), glaube ich, dass mich so schnell nichts aus der Ruhe bringen wird.

Wenn du einen Wunsch frei hättest würdest du…?
Ich würde meinen Kindern gerne die Welt zeigen! Bevor sie zur Schule kommen, möchte ich mit Ihnen eine groooße Reise antreten: Thailand wäre mein Traum! Ich möchte sie zu weltoffenen kleinen selbstbewussten Menschen erziehen, die nie die Augen verschließen vor dem Leid und dem Unrecht, das anderen angetan wird. Ich möchte, dass sie wissen, dass ich immer für sie da sein werde. Bedingungslos!

 


Wenn ihr mehr über Pippa lesen wollte dann schaut doch auf ihrem Blog Kuntabunt vorbei.

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