Übungswehen von vorzeitigen Wehen unterscheiden zu können ist wichtig um eine Frühgeburt oder eine Liegendschwangerschaft zu vermeiden. Da ich in meiner ersten Schwangerschaft aufgrund vorzeitiger Wehen in Kombination mit einem verkürzten Gebärmutterhals und einer inneren Trichterbildung des Muttermunds liegen musste, möchte ich hier meine Erfahrung mit euch teilen und kann somit einigen Frauen vielleicht etwas Unsicherheit nehmen.

Was ist eine Wehe?

Eine Wehe ist eine Muskelkontraktion. Da unsere Gebärmutter ein großer Muskel ist, ist es völlig normal und am Ende der Schwangerschaft auch wichtig, dass sie sich zusammenziehen, also kontrahieren kann. Anders als bei den anderen Muskelgruppen unseres Körpers können wir die Muskeltätigkeit unserer Gebärmutter nicht kontrollieren. Um sich auf die Geburt vorzubereiten, fängt die Gebärmutter häufig schon ab der 20. SSW an sich, in unregelmäßigen Abständen, zusammenzuziehen. Diese sogenannten Übungswehen sind völlig harmlos und müssen keiner Frau Sorge bereiten. Anders ist es bei echten Wehen, denn diese sollten auf keinen Fall schon so früh auftreten. Da viele Frauen beim ersten Auftreten eines harten Bauches unsicher sind und ich, dank zwei Schwangerschaften mit vielen Übungs- und vorzeitigen Wehen, nun einiges es Erfahrung habe, möchte ich mein Wissen mit euch teilen und euch damit vielleicht etwas Unsicherheit nehmen.

Was sind Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen)?

Circa ab der Mitte der Schwangerschaft (um die 20. – 24 SSW) fängt die Gebärmutter erstmals an sich zu Übungszwecken zusammenzuziehen. Diese „Übungswehen“ werden auch Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt und sind im Grunde völlig harmlos. Viele Frauen bemerken die vorzeitigen Kontraktionen ihrer Gebärmutter zu diesem Zeitpunkt nicht einmal. Sensiblere Frauen dagegen schon häufiger.

Wie fühlen sich Übungswehen an?

  • Der Bauch wird plötzlich hart (oft auch nur einseitig und sieht dann richtig schief aus)
  • Der harte Bauch bleibt circa 30 Sekunden bis eine Minute
  • Währenddessen spürt man entweder garnichts oder ein Spannungsgefühl (keine Schmerzen)
  • Der Bauch entspannt sich langsam wieder
  • Übungswehen sind unregelmäßig, ohne „System“
  • nicht Muttermundwirksam

Fassen wir also zusammen: Während einer Übungswehe verhärtet sich der Bauch für 30 – 60 Sekunden, es ist ein Spannungsgefühl zu vernehmen, man hat aber keine Schmerzen. Nach spätestens einer Minute wird der Bauch wieder weich. Übungswehen treten unregelmäßig, ohne „System“ auf und sind für die Gebärmutter sogar eine gute Übung zur Vorbereitung auf die Geburt. Dabei wirken sich Übungswehen aber nicht auf den Muttermund oder die Länge des Gebärmutterhalses aus.

Wie viele Übungswehen pro Tag sind normal?

Als Faustregel gilt, dass man nicht mehr als 3 Übungswehen pro Stunde haben sollte. Frauen, die eine sensible Gebärmutter haben, können auch bis zu 10 Übungswehen pro Stunde haben. Dies sollte dann aber ein Zeichen dafür sein einen Gang runterzuschalten und sich hinzulegen. Denn auch aus harmlosen Übungswehen können bei einer sensiblen Gebärmutter schnell echte Wehen werden. Sollte man also merken, dass man sehr häufig einen harten Bauch hat, sollte man dies auf jeden Fall beobachten.

Am besten kann man Übungswehen beobachten wenn man entspannt auf dem Rücken liegt und seine Hände auf dem Bauch ablegt. Zieht sich der Bauch dann zusammen spürt man dies ganz deutlich und kann es in der Rückenlage ganz wunderbar beobachten. Hierbei kann man auch genau hinspüren wie sich die Kontraktion anfühlt und wie lange sie andauert. Liegt man 30 Minuten bis eine Stunde ruhig auf dem Sofa und merkt deutlich wie sich der Bauch immer mehr entspannt und weniger zusammenzieht, hat man alles richtig gemacht und kann langsam wieder seiner Tätigkeit nachgehen. Sollte man in dieser Zeitspanne aber 5-10 Übungswehen spüren, ist dies ein Zeichen besser noch etwas liegen zu bleiben und auch in Zukunft langsamer zu machen.

 

Was ist eine vorzeitige Wehe?

Am Ende der Schwangerschaft bereitet sich die Gebärmutter immer mehr auf die Geburt vor. So verspüren Frauen ab circa der 36. SSW in unregelmäßigen Abständen Vorwehen. Vorwehen sind ein Anzeichen dafür, dass die Geburt immer näher rückt. Dennoch kann es bis zur eigentlichen Geburt manchmal noch Wochen dauern. Manche Frauen haben schon sehr früh Vorwehen, andere nehmen bis zur Geburt tatsächlich keinerlei Wehen war. Eine Vorwehe fühlt sich ähnlich an wie eine Übungswehe, dennoch gibt es ein paar Unterschiede.

Wie fühlt sich eine Vorwehe an?

Ob eine Frau gerade eine Übungswehe oder Vorwehe hat ist für viele Frauen erst einmal nicht deutlich zu erkennen. Vorwehen, treten wie Übungswehen, in unregelmäßigen Abständen auf und sind (für die meisten Frauen) nicht besonders schmerzhaft. Bei einer Vorwehe geschieht folgendes:

  1. Der Bauch verhärtet sich für 30 Sekunden bis eine Minute
  2. Man verspürt ein starkes Spannungsgefühl
  3. Unterleibsschmerzen (wie bei Eintritt der Periode) oder Schmerzen im Rücken können auftreten
  4. Man hat das Bedürfnis die Wehe „veratmen“ zu müssen (wenn auch nur leicht, es ist eine automatische Reaktion des Körpers)
  5. nach spätestens einer Minute hat sich der Bauch wieder entspannt
  6. maximal 3 Vorwehen pro Stunde
  7. Wenn sie zu häufig auftreten: Muttermundwirksam

 

Der signifikanteste Unterschied zwischen einer Übungs- und einer Vorwehe ist also der Schmerz. Eine Übungswehe nimmt man teilweise garnicht wahr, vor allem nicht wenn man unterwegs ist oder steht / läuft. Eine Vorwehe macht sich auch bemerkbar wenn man gerade „zu tun“ hat indem man Bauchweh hat oder eine starke Spannung im Bauch spürt. Viele Frauen bemerken Übungs- oder Vorwehen deshalb manchmal vor allem abends oder morgens – was ganz einfach daran liegt, dass sie dann vermutlich liegen und entspannt sind.

 

Wie aus vorzeitigen Wehen Frühwehen werden

Übungs- und Vorwehen sind an sich nicht gefährlich wenn sie nicht zu häufig oder regelmäßig auftreten. Hören Frauen aber nicht auf die Warnsignale ihres Körper können aus harmlosen Vorwehen schnell gefährliche Frühwehen werden. Die Anzeichen hierfür sind folgende:

  1. mehr als 3 Vorwehen pro Stunde
  2. das Verhärten des Bauches ist sehr schmerzhaft (oder/und wird stärker)
  3. die Wehen treten immer regelmäßiger auf
  4. während der Wehe möchte man diese automatisch veratmen
  5. andere Bewegungen fallen während der Wehe schwer
  6. auch nachdem sich die Frau entspannt und liegt wird der Bauch immer wieder hart und tut weh
  7. (manchmal) wässriger oder blutiger vaginaler Ausfluss
  8. Gebärmutterhals verkürzt sich / evtl. Trichterbildung innerer Muttermund

Bemerkt man die obigen Anzeichen sollte man sich sofort hinlegen und wie oben beschrieben seinen Bauch beobachten. Tritt nach 30-60 Minuten keine Verbesserung oder gar eine Verschlechterung ein, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Die Gefahr bei vorzeitigen Wehen ist, dass sie schnell zu Frühwehen werden können und diese sich auf den Gebärmutterhals und den Muttermund auswirken. Viel machen kann man in diesem Moment leider nicht, denn das Einzige was akut hilft ist strenge (Bett-)-Ruhe. Es ist aber extrem wichtig, dass ein Arzt nach so einem „Wehenanfall“ die Länge des Gebärmutterhalses misst und den Muttermund kontrolliert. Wird dann festgestellt, dass sich die Wehen bereits auf Gebärmutterhals oder Muttermund ausgewirkt haben, wird der Arzt den weiteren Verlauf besprechen. Dies können wehenhemmende Mittel, eine Cerclage oder einfach nur strenge (Bett-) Ruhe in Kombination mit einem guten Magnesium Präparat oder homöopathischen Mitteln sein.

 

Gebärmutterhals, innerer- und äußerer Muttermund

Der Gebärmutterhals stellt die Verbindung zwischen Gebärmutter und Scheide dar. Am oberen Ende zur Gebärmutter hin sitzt der innere Muttermund, zur unteren Seite (Richtung Vagina) sitzt der äußere Muttermund. Ist eine Frau schwanger, müssen innere und äußerer Muttermund fest verschlossen sein um eine frühzeitliche Geburt zu verhindern. Die Länge des Gebärmutterhalses beträgt zu Beginn der Schwangerschaft zwischen 4 – 5 cm (bei manchen Frauen ist er auch länger) und sollte bis zur 35 SSW nicht unter 2,5cm verkürzt sein. Verkürzt sich der Gebärmutterhals schon vor der 35 SSW auf 2,5cm oder weniger, wird  von vielen Ärzten eine Cerclage* gelegt oder strenge Bettruhe in Kombination mit Medikamenten verordnet. Eine Öffnung des Muttermundes kann bei einer „Zervixinsuffizienz“ (Gebärmutterhalsschwäche) auch ohne Wehen stattfinden. Daher gehört es bei den meisten Frauenärzten zu der Routine-Schwangerschaftsvorsorge auch die Länge des Gebärmutterhalses zu messen. Hat man viele Übungswehen, die zu Vorwehen oder gar Frühwehen werden können, verkürzt sich der Gebärmutterhals aufgrund der Wehen. Daher ist jegliche Wehentätigkeit ernst zu nehmen um als „unbedenklich“ oder „bedenklich“ eingestuft zu werden.

*unter einer Cerclage versteht man das „Zubinden“ des (inneren) Muttermundes. Dies ist ein operativer Eingriff, welcher unter Vollnarkose oder mit einer PDA stattfindet.

Trichterbildung innerer Muttermund

 

Übungswehen von vorzeitigen Wehen unterscheiden

Zunächst ist es einmal wichtig überhaupt zu erkennen ob und wie oft der Bauch hart wird und wie sich dies für einen anfühlt. Wie im Text oben schon einmal erwähnt, ist dies für Frauen garnicht so einfach, vor allem wenn sie viel unterwegs oder beschäftigt sind. Läuft, geht oder sitzt man bemerkt man reine Übungswehen meist garnicht und Vorwehen nimmt man lediglich durch ein spannendes Gefühl im Bauch in Kombination mit leichten Bauch- oder Rückenschmerzen wahr. Ist man tagsüber viel unterwegs, bemerkt aber regelmäßig, dass da im Bauch „irgendwas nicht stimmt“ sollte man aufmerksam sein und seinen Körper gut beobachten. Dies gelingt am besten Zuhause, indem man sich auf das Sofa oder Bett legt und versucht zu entspannen. Entspannung ist übrigens das Schlüsselwort, dazu weiter unten im Text aber noch mehr. Um Übungswehen von vorzeitigen Wehen zu unterscheiden fasse ich hier noch einmal die Unterschiede zusammen:

 

Übungswehe

Vorwehe

Frühwehe

– unregelmäßig – unregelmäßig – regelmäßig
– keine Schmerzen

– leichtes Spannungsgefühl

– Spannungsgefühl

-leichte Unterleibs- oder Rückenschmerzen

– starkes Spannungsgefühl,

– starke Unterleibs- oder Rückenschmerzen

– eventuell wässriger oder blutiger Ausfluss

– maximal 3-10 pro Stunde – maximal 3 pro Stunde – am besten keine!
– wird bei Entspannung von alleine besser – wird bei Entspannung von alleine besser – wird auch bei Entspannung nicht besser
→ Beobachten, einen Gang runterschalten → Beobachten, Entspannug & Schonung → beobachten

→ wenn es nach 30-60 Minuten aufhört zeitnah einen Arzt aufsuchen

→ wenn es nach 30-60 Minuten nicht besser wird sofort zu einem Arzt oder ins Krankenhaus

 

Was tun bei Übungswehen oder Vorwehen?

Zusammenfassend ist zu sagen, dass man bei einem hart werdenden Bauch, der nicht schmerzt nicht in Panik geraten sollte. Solange man keine Schmerzen hat und diese nur abends, nachts oder morgens im Ruhezustand durch das Verhärten des Bauches bemerkt, gilt es lediglich dies weiter im Auge zu behalten und im Falle dessen, dass der Bauch mehr als 5-10x die Stunde hart wird, einen Gang runterzuschalten und sich mehr Ruhe zu gönnen.

Stellt man ein Spannungsgefühl in Kombination mit leichten bis mäßigen Schmerzen fest, sollte man sich sofort ausruhen und im Terminkalender Platz für Entspannung sorgen. Auf jeden Fall sollte dies beim nächsten Arztbesuch angesprochen werden damit der Gebärmutterhals kontrolliert werden kann.

Treten die Vorwehen mehr als 3x pro Stunde auf, schmerzen immer mehr und werden schlimmer, bitte sofort einen Arzt aufsuchen. Ein Gebärmutterhals verkürzt sich bei regelmäßiger Wehentätigkeit sehr schnell!

Mentale und körperliche Entspannung bei vorzeitigen Wehen

Wir Frauen sind alle unterschiedlich. Unser Körper reagieren in der Schwangerschaft ganz anders als wir es gewohnt sind. Hat man früher viel Sport gemacht und war immer aktiv, kann es sein, dass der Körper in der Schwangerschaft plötzlich nicht mehr so „funktioniert“ wie gewohnt und deutliche Signale sendet, dass man einen Gang runter schalten sollte. Ich war in der Frühschwangerschaft zum Beispiel noch Joggen und in Fitnesskursen. Zuerst bemerkte ich, dass ich viel schneller aus der Puste war, dann kamen Kreißlaufprobleme und ein harter Bauch. Zudem habe ich mich, gerade in der ersten Schwangerschaft viel geärgert und verunsichern lassen was die Entwicklung meines Babys angeht. Ich hatte mentalen und körperlichen Stress und bekam schon in der 17 SSW Übungswehen.

Nach einem Arztbesuch und der Warnung, dass ich „langsamer machen“ sollte, habe ich dies nicht wirklich ernst genommen und somit wurden aus Übungswehen plötzlich vorzeitige Wehen und dann auch muttermundwirksame Frühwehen. Danach bekam ich strenge Bettruhe in Kombination mit Magnesium und einen krampflösenden Mittel verordnet und lag 3 Monate im Bett. Mein Arzt wusste, dass meine Wehen durch mentalen Stress, körperliche Anstrengung einer sehr sensiblen Gebärmutter ausgelöst wurden und wusste, dass strenge Bettruhe für mich ausreichen würde um eine Frühgeburt zu verhindern. Bei anderen Frauen kann die Diganose ganz anders ausfallen, daher ist es immer ratsam lieber einmal mehr als einmal zu wenig zum Arzt zu gehen. Wenn man Übungswehen von vorzeitigen Wehen unterscheiden kann und festgestellt hat, dass diese immer wieder auftreten sollte man seinen Arzt auf jeden Fall darauf ansprechen.

Wie du lernen kannst negative Gedanken zu stoppen und in positive umzuwandeln, lernst du in diesem Artikel meiner MOM-HAPPINESS Kategorie <3

 

Welche Medikamente helfen bei vorzeitigen Wehen und einer sensiblen Gebärmutter?

Wenn man vorzeitige Wehen und eine sensible Gebärmutter diagnostiziert bekommen hat, verordnen die meisten Ärzte gerne ein gutes Magnesium Präparat. Hierbei spielt die Qualität des Magnesiums tatsächlich eine große Rolle. Von vielen (günstigen) Präparaten bekommen manche Frauen bei einer Überdosierung nämlich Bauchkrämpfe und Durchfall. Folgendes Magnesium kommt ganz ohne Zusatzstoffe aus und ist sehr gut verträglich (durch das Klicken auf der Bild wird man zu Amazon weitergeleitet*):

 

Wer eine sensible Gebärmutter hat und so vielen Übungs- sowie vorzeitigen Wehen neigt, dem kann ich mit besten Gewissen das homöopathische Pulver BRYOPHYLLUM 50% von Weleda ans Herz legen. Dieses Pulver ist rein pflanzlich und wird von vielen Hebammen bei vorzeitigen Wehen empfohlen. In meiner ersten Schwangerschaft kannte ich es nicht und musste, wie oben erwähnt, drei Monate lang liegen. In meiner zweiten Schwangerschaft nehme ich es seit der 17 SSW aufgrund vieler Übungwehen und es hilft wirklich gut! Ich habe, trotz anstrengendem Alltag mit Kleinkind, kaum noch schmerzhafte Vorwehen und ich danke, dass es stark an der Kombination aus Magnesium und Bryophyllum liegt (durch das Klicken auf der Bild wird man zu Amazon weitergeleitet*):

 

 

In Frankreich wurde mir zu meinen drei Monaten Bettruhe noch SPASFON verschrieben. Dies ist ein krampflösendes Mittel unter anderem auch bei Krämpfen der Gebärmutter. Ich Deutschland ist dieses Medikament soweit ich weiß nicht sehr verbreitet.

 

 

Achtung: ich bin kein Arzt und kann keine Ferndiagnosen erstellen. Dieser Artikel entstand lediglich aus meiner eigenen Erfahrung und kann keinen Besuch bei einem Frauenarzt ersetzen!

 


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