Mehr Selbstfürsorge als Mutter. Ein realistischer Plan als baldige 2-fach Mama?

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu und in dieser Zeit fängt man an das vergangene Jahr zu reflektieren und sich Gedanken über das kommende Jahr zu machen. Man wünscht dich den Ärger und die schlechte Erlebnisse im alten Jahr zu lassen und startet mit neuem Tatendrang und vielen Wünschen ins Neue. Leichter gesagt als getan behaupte ich jetzt einmal und fange diesen Artikel gerne mit einem Zitat an:

 

„Man kann sich selbst nicht wie einen alten Stuhl zurücklassen und in ein neues Leben ziehen. Man nimmt sich selbst und all seine Gedanken überall mithin“

 

dinge nur für mich

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Das soll nicht heißen, dass man sich keine Vorsätze machen sollte. Im Gegenteil, gute Vorsätze und Ziele zu haben ist sogar super. Man sollte aber dabei nicht vergessen, dass man am 1. Tag des neuen Jahres nicht komplett von vorne anfangen kann. Und auch sonst im Leben nicht. All das was man erlebt hat trägt man in sich. Man ist geprägt von seinen Erfahrungen und darf dies nicht einfach abschieden. Viel besser ist es sich am Ende des Jahres bei all den Erfahrungen, die man machen durfte oder musste zu bedanken. So irrsinnig und schwer dies zuerst vielleicht klingen mag, es ist die einzige Lösung.

 

„Alles was man ansieht verschwindet. Alles was man ignoriert wächst zu einem großen Problem in dir heran“

 

 

Nun zurück zum eigentlichen Thema dieses Artikels!

Im Zuge einer tollen Aktion meiner lieben Bloggerkollegin FILEA darf ich beim Bloggeradventskalender meine Gedanken zum Thema „5 Dinge, die ich in 2018 nur für mich tun möchte“ niederschreiben. Dies nehme ich zum Anlass um mir Gedanken über meine Wünsche für das Jahr 2018 zu machen. Das Jahr 2018 wird für mich nämlich ein ganz besonderes Jahr. Ich werde zum zweiten Mal Mama und die Jahre, in denen man ein Kind zur Welt gebracht hat bleiben unvergessen. Fast schon ehrfürchtig blicke ich 2018 also entgegen, denn ich weiß: es wird ein Jahr des Ausnahmezustands. Ob glückselig oder todmüde, dieses Jahr wird sich in mir festbrennen wie es schon das Jahr 2016 getan hat.

 

Selbstfürsorge als Mama. Meine Wünsche für 2018!

Als Mama eines Neugeborenen hat man grundsätzlich erst einmal gar keine Zeit für sich alleine oder für Dinge, die man nur für sich tun kann. Man ist meist 24 Stunden, 7 Tage die Woche mit seinem Baby zusammen und das ist auch wichtig für beide. Die Dinge, die ich 2018 nur für mich tun will beschränken sich daher auf Dinge, die ich für mich – aber dennoch mit Baby – tun kann.

 

1. Zum Friseur gehen

Mein erster Vorsatz für 2018 ist recht simpel aber irgendwie doch auch wichtig, denn wir Frauen wissen: ein Friseurbesuch tut einfach gut! Sobald ich mein Baby also für ein paar Stunden alleine lassen kann werde ich zum Friseur gehen und diese Zeit nur für mich genießen! Aktuell lass ich meine blonden Strähnchen bewusst rauswachsen und werde den Friseurbesuch nach der Schwangerschaft dazu nutzen um endlich etwas natürlich auszusehen.

2. Lesen

Es gab eine Zeit, da bin ich jedes Wochenende 3,5 Stunden mit dem Fernbus in die Schweiz gependelt. In den insgesamt 7 Stunden, die ich am Wochenende im Bus verbracht habe, habe ich so viel gelesen, dass mich all die Bücher mit auf eine Reise genommen haben. Eine Reise zu mir selbst. Denn in dieser Zeit begann ich mich intensiv mit mir und meiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Diese Reise wurde dann, wie es bei vielen Menschen der Fall ist, vom Alltag unterbrochen. Es folgten eine Auswanderung, eine neue Sprache und ein neuer Job. Danach kam die Geburt meiner ersten Tochter und ich vergrub mein angelesenes Wissen unter einer dicken Schicht Ablenkung. Irgendwann merkte ich, dass es mir nicht gut ging und ich wusste, dass ich mich wieder um mich selbst kümmern musste. Ich nahm meine alten Bücher aus dem Regal und fing wieder an zu lesen. Nicht viel und manchmal war es auch nur ein Roman, der mich aus dem Hier und Jetzt entfliehen ließ. Aber genau das ist es. Oasen des Alltags. Und die können schon mit einem Buch, einer Kerze und einer Tasse Tee geschaffen werden.

3. Zu mir finden

Wie es im obigen Punkt schon geschrieben ist, möchte ich meine Reise zu mir selbst fortsetzen. Einen Schritt habe ich dieses Jahr schon damit getan indem ich aus Instagram und hier auf dem Blog immer wieder meine Gedanken über das Leben mit euch teile. Das Wichtigste dabei ist das Feedback, welches von meinen Lesern kommt. Denn ich lasse oft nur einen spontanen Gedanken los und weiß noch garnicht wohin er führt. Erst durch die Interaktion mit euch wächst dieser Gedanke, nimmt Gestalt an und findet ein Ende in Form einer neuen Erkenntnis. Oftmals treffen Worte auch meine wunden Punkte und ich ärgere mich. Aber dann verstehe ich, dass es genau diese Punkte sind, an denen ich arbeiten muss. Es sind die Punkte, die einen emotional reagieren lassen, die einen näher zu sich selbst bringen. Eine Leserin, die immer wieder meine wunden Punkte drückte war Michèle. Von ihr stammte der Satz: „dein Beet ist bepflanzt, du bewässerst es nur nicht“. Es folgten ein privater Gedankenaustausch und ein Telefonat über Skype, an dem ich noch heute zu knabbern habe. Denn Michèle führte mir einiges vor Augen was ich bisher nie bewusst wahrgenommen habe. So begann meine Reise zu mir selbst auf ein Neues und ich nehme euch in Form meiner Texte auf Instagram und in der Blog Kategorie „MOM HAPPINESS“ gerne mit.

*Michèle ist ausgebildeter Life Coach. Dies wusste ich nicht bis zu dem Zeitpunkt an dem sie mir ein Gespräch anbot. Ich überlegte erst, denn ich finde „Coaches“ grundsätzlich unheimlich und vermute an erster Stelle immer eine Art Abzocke. Da ich Michele aber seit Monaten über unseren Austausch bei Instagram kannte und sie niemals aufdringlich war sondern aus dem nichts heraus mit ihrem Kommentaren unter meinen Bildern ungeahnte Emotionen in mir hervorrief stimmte ich zu. Bereut habe ich es bis heute nicht und kann sie jedem ans Herz legen, der einmal genauer auf sich und sein Leben schauen möchte. Du findest sie unter dem Namen @mimiundkruemel bei Instagram.

 

4. Mit meinen Arsch-Engeln Frieden schließen

Den Begriff Arsch-Engel habe ich das erste Mal von Robert Betz gehört. Eine Zeit lang habe ich mir jeden Abend einen seiner Podcasts auf Youtube zum Einschlafen angehört. Einer davon hatte den Namen: „von seinen Feinden lernen“ und machte mich neugierig. Robert Betz sagte etwas, was mir bis heute in Erinnerungen geblieben ist und was sich immer wieder bestätigte. Gerade von den Menschen, die in die negative Gefühle hervorrufen, kannst du etwas lernen. Es lohnt sich immer genauer hinzusehen. „Das was du an anderen ablehnst, das lehnst du eigentlich an dir ab“ – hört sich erstmal seltsam an und macht spontan keinen Sinn. Dennoch steckt in diesem Satz so viel Wahres. Obwohl ich dieses Wissen habe, verfalle ich immer wieder in alte Muster und schimpfe über andere Menschen ohne darüber nachzudenken warum ich so auf sie reagiere. In 2018 möchte ich mich nicht mehr so viel über andere ärgern und mich lieber auf mich selbst konzentrieren.

 

5. Mich lieben lernen

Der letzte Punkt ist der Schwerste auf meiner Liste der Vorsätze für 2018. Ich mag mich selbst nicht sonderlich und mit dem Kontrollverlust über den eigenen Körper in der Schwangerschaft komme ich nicht sonderlich gut klar. Lange Zeit habe ich mich über mein „dünn sein“ definiert, schwitzte stundenlang im Fitnessstudio und behielt die Kontrolle über meinen Körper. In der Schwangerschaft verliere ich nicht nur die Kontrolle über meine Figur sondern ebenfalls über meine Haut. Schon die erste Schwangerschaft litt ich unter unreiner Haut und trug Aknenarben davon. Auch in dieser Schwangerschaft ist dies so und ich mag mich an manchen Tagen so garnicht im Spiegel anschauen. Das Ende der Schwangerschaft abzuwarten um dann wieder abzunehmen ist keine langfristige Lösung. Ich will mich lieben lernen. So wie ich bin. Innen und außen. Und das ist so verdammt schwer.

Aber das Wichtigste: meine Kinder

Was ich 2018 aber hauptsächlich „tun“ möchte ist, ein gesundes Kind zu Welt bringen, den Babyduft einatmen und den Zauber des Anfangs zu genießen und einzuschließen. Vermutlich wird meine Kinderplanung mit 2 Kindern abgeschlossen sein und daher möchte ich 2018 aufsaugen und in meinem Herzen als ein wunderbar, spannendes Jahr behalten.

 

um sich selbst kümmern

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Wie wir uns mehr um uns selbst kümmern können (trotz Kindern)

Für jeden ist dies ganz individuell. Aber was zählt ist, dass wir nicht den Draht zu uns selbst verlieren. Sich um sich selbst kümmern als Mutter heißt nicht, dass man seine Kinder vernachlässigt. Ich habe nach der Geburt meiner Tochter zum Beispiel nach 7 anstrengenden, schlaflosen Monaten gemerkt, dass ich körperlich und seelisch am Ende war. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt alles alleine gestemmt und dachte, dass ich das als gute Mutter so machen musste. Dies war mein Anspruch an mich selbst. Dabei hatte ich garnicht realisiert, dass ich als Mutter nach und nach auch immer schlechter funktionierte. Beim nächtlichen Weinen meiner Tochter wurde ich sauer und auch tagsüber wurde meine Laune immer schlechter. Was ich brauchte war Selbstfürsorge. Eine Pause vom Mama Alltag.

Schon kurze Auszeiten vom Mama-Alltag bewirken Wunder

Da ich keine Familie in der Nähe hatte entschied ich mich für eine Tagesmutter, bei der meine Tochter 1-2 Vormittage die Woche verbrachte. Anfangs fiel mir das sehr schwer, denn in meinen Augen hatte ich versagt (Stichwort „Rabenmutter“). Nicht mal 8 Monate hatte ich als Vollzeitmutter durchgehalten und schon suchte ich eine Tagesmutter? Dann fiel mir ein, dass es hier nicht um Versagen geht sondern um das Beste für Mutter und Kind. Und wenn ich als Mutter nicht mehr ausgeglichen und glücklich sein kann, dann überträgt sich dies auch auf mein Kind. Wer die Familie in der Nähe hat, kann Oma und Opa spontan in Anspruch nehmen und hat dabei meist kein schlechtes Gewissen. Warum also eins haben wenn ich meine Tochter 1-2x die Woche für 3 Stunden zu einer Tagesmutter bringe, bei der sie ebenfalls gut umsorgt ist und dazu noch Kontakt mit anderen Kindern hat?  Schnell verflog die Sorge, denn meine Tochter fühlte sich dort sichtlich wohl und ich wurde Stück für Stück wieder zu dem Menschen, der ich mal war bevor ich Monate lang nicht schlafen konnte.

 

Mehr Selbstfürsorge als Mutter – die kleinen Dinge machen den Unterschied

Nägel lackieren, ein Bad nehmen, in Ruhe schminken und eine Runde durch die Einkaufsläden schlendern. Ein Eis essen und sich dabei gemütlich auch eine Parkbank setzen. Durchatmen. Den Blick schweifen lassen und seinen Gedanken freien Lauf lassen. Sich einmal nicht nach seinem Kind umdrehen müssen sondern einfach da sein. Einfach sein. Man selbst sein. Dafür braucht es nicht viel. Ein paar Minuten täglich Stillstand. Kurze Auszeiten nur für sich. Das sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen.

 

Was möchtet ihr in 2018 nur für euch tun?

 

um sich kümmern mutter

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