Da ich mich bereits mit dem Thema Hochsensibilität beschäftigt habe, möchte ich in diesem Artikel konkrete Hilfe für hochsensible Mamas anbieten. Ich weiß selbst erst seit kurzem, dass ich (vermutlich) eine hochsensible Mama bin und musste mich selbst erst auf die Suche nach interessanten Artikeln und Hilfestellungen zum Thema machen. Dabei bin ich auf viele, lesenswerte Inhalte gestoßen, die ich am Ende dieses Artikels selbstverständlich mit euch teile.

 

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Einführung Hochsensibilität

In meine Artikel „bin ich eine hochsensible Mama“ habe ich mich bereits mit den Merkmalen der Hochsensibilität an sich beschäftigt und biete dort sogar zwei Tests an, wie du selbst herausfinden kannst ob du eventuell eine hochsensible Mama bist. Hochsensibilität ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Früher dachte man, dass Hochsensibilität und Introvertiertheit die selben Merkmale besitzen. Heute weiß man, dass hochsensible Menschen nicht unbedingt introvertiert sein müssen (es sind circa 70%), sie können sich hinter ganz normalen Masken verstecken und viele Menschen würden es auf den ersten Blick nicht einmal merken, dass sie es mit hochsensiblen Menschen zu tun haben.

Hochsensible Menschen sind gute Schauspieler

Hochsensible Menschen sind extrem harmoniebedürftig und deshalb meist auch gute Schauspieler. Sie spüren Emotionen und die Schwingungen anderer Menschen ganz extrem und setzen meist alles daran, dass die Grundstimmung zwischen zwei Menschen immer harmonisch bleibt. Viele hochsensible Menschen sind daher typische „Ja-Sager“, konfliktscheu und manchmal sogar Stimmungsmacher. Innerlich strengt sie das alles aber sehr an, der Hang zum Perfektionismus gepaart mit den wunden der Kindheit macht den Alltag und vor allem die Begegnungen mit anderen Menschen für Hochsensible oft zu einer anstrengenden Angelegenheit.

Auszeiten und Rückzugsmöglichkeiten

Gerade weil sich viele hochsensible Menschen im Alltag oft verstellen um nicht anzuecken, Kritik zu vermeiden und die Harmonie aufrecht zu erhalten sind Auszeiten und Rückzugsmöglichkeiten für sie von so großer Bedeutung. Nur an ihrem sicheren Rückzugsort tanken sie Kraft und können ihren eigenen (oft melanchonisch, spirituellen) Gedanken über das Leben nachgehen. Der Rückzugsort von hochsensiblen Menschen ist meist die eigene Wohnung, eine vertraute Umgebung mit keinen anderen Menschen oder Personen, die zu ihrem „sicheren“ Kreis gehören (bei denen sie also sein können wie sie sind). Für Frauen verschwindet dieser Rückzugsort mit der Geburt des ersten Kindes erst einmal und genau das ist der Punkt, der den Start in die Mutterschaft für hochsensible Mamas oft zu schwer macht.

 

 

tipps hochsensible mamas

Hochsensiblen Mamas wird oft alles zu viel (Bildquelle: pixabay)

Hilfe für hochsensible Mamas

Kurz nach der Geburt

1. Dein altes Leben ist nicht weg 

Nichts verändert das Leben so wie du Geburt des ersten Kindes. Gerade hochsensiblen Mamas fällt diese Umstellung gepaart mit der neuen Verantwortung und den typischen Strapazen (Schlafmangel, Schreien des Babys, keine Rückzugsmöglichkeit) besonders schwer. Anfangs verliert man sich und sieht auch das „alte“ Leben als verloren an. Dies ist aber nicht so. Du bist immernoch du selbst und dein altes Leben ist auch noch da. Gib dir und deinem Kind Zeit euch kennenzulernen, Routinen zu entwickeln und Gewohnheiten im gemeinsamen Alltag zu schaffen. Nach und nach wirst du dich wieder finden.

2. Tränen sind normal

Ein beliebtes Sprichwort heißt: „Nach der Geburt muss es fließen. Die Milch und die Tränen“ – und dies ist wahr. Perfektionismus ist in den ersten Wochen nach der Geburt nicht angebracht. Mutter sein kann man nicht lernen, man wächst zusammen mit seinem Baby in diese neue Rolle. Dazu kommt die Hormonumstellung nach der Geburt. Wenn die Tränen fließen dann frage dich nicht warum sondern lasse sie laufen. Du wirst sehen, weinen befreit.

3. Streiche den Satz „eigentlich müsste ich glücklich sein“

Besonders belastend für hochsensible Mamas ist der Vergleich mit anderen Müttern, die fröhlich aus dem Wochenbett grüßen und bei denen alles perfekt zu sein scheint. Erstens ist es bei niemanden perfekt und zweitens kommt es auch immer auf die Sicht der Dinge an. Läuft es bei dir nicht eigentlich auch perfekt? Du bist gesund, dein Kind ist gesund, ihr lernt euch kennen und meistert den neuen Alltag zusammen. Du musst nicht 24 Stunden glücklich sein. Jede Umstellung ist erst einmal anstrengend.

4. Du musst dein Kind nicht sofort abgöttisch lieben

Viele Mütter bekunden nach der Geburt ihres Kindes gerne, dass sie schon im Kreißsaal eine unendliche Liebe verspürt haben und, dass sie diese Liebe durch die ersten Wochen mit Kind trägt. Dies mag wahr sein und diese Liebe ist sicherlich hilfreich die Strapazen der Anfangszeit mit einer rosaroten Brille zu sehen. Dennoch ist es, vor allem für hochsensible Mütter, ganz normal diese Liebe nicht von Anfang an zu spüren. Es gibt Menschen, die lieben schnell und intensiv. Und dann gibt es Menschen, die bauen starke Gefühle langsam auf. Ich bin mir sicher, dass auch hochsensible Mütter ihre Kinder von der ersten Sekunde an lieben und sie – ohne irgendwelche Kompromisse – gut versorgen.

Da hochsensible Menschen aber Emotionen und Gefühle generell stark fühlen haben sie oft eine emotionale Schutzmauer aufgebaut. Diese Schutzmauer ist wichtig um durch den Alltag zu kommen und lässt sich nicht so einfach abreißen. Gepaart mit der Umstellung nach der Geburt des Kindes und anderen „Angstmachern“ wird diese innige Liebe oft erst einmal blockiert. Das ist garnicht schlimm. Die Liebe wird kommen. Langsam aber intensiv. Freue dich darauf und setze dich nicht unter Druck!

5 Man darf auch ein Baby kurz abgeben

Auch wenn hochsensible Mamas alles perfekt machen wollen und sich daher aufopferungsvoll um ihr Neugeborenes kümmern (manchmal sogar noch intensiver weil sie ein schlechtes Gewissen wegen der fehlenden, starken Muttergefühle haben), müssen sie auf ihre Grenzen achten. Es ist lobenswert, dass du dich 24 Stunden um dein Neugeborenes kümmerst, aber du darfst dein Kind auch einmal für kurze Zeit in die Arme einer anderen Person geben und dir eine kurze Pause gönnen. Schaffe dir auch in den ersten Wochen mit Baby einen Rückzugsort. Dies kann zum Beispiel das Badezimmer oder der Garten (Balkon) sein, an dem du kurz durchatmen kannst während dein Partner oder eine andere Vertrauensperson auf dein Kind aufpasst. Auch kurze Pausen vom Mama Dasein bewirken wunder. Gönne sie dir !

 

Für den Alltag mit Baby / Kleinkind

1. Weg mit der Perfektion (zumindest was den Haushalt betrift)

Gerade im Alltag mit Baby und Kleinkind, in dem man noch nicht sehr viele Betreuungsmöglichkeiten hat, hat man oft das Gefühl zu überhaupt nichts mehr zu kommen. Es häufen sich die Wäscheberge, in der Küche stapelt sich das Geschirr und unter dem Sofa wohnen die Staubmonster. Gerade für hochsensible Mamas, deren Wohnung meist ihr geliebter Rückzugsort war und die dort viel Wert auf Ordnung gelegt haben, ist dieser Zustand oft sehr belastend. Man ist gedanklich nicht mehr bei seinem Kind, denkt nur noch an die ganze Arbeit, die man noch zu tun hätte und setzt sich selbst unter Druck.

Lege den Hang zum Perfektionismus, zumindest in Sachen Ordnung, ab. Kaufe Spielzeugkisten, in die du am Abend mit deinem Kind alles wirfst was so um Weg rumliegt. In der Kiste selbst muss nichts geordnet werden, da Kinder 1. keinen Wert auf Ordnung legen und 2. das Spielzeug am nächsten Tag sowieso wieder durch die Gegend werfen. Die ordentliche Wohnung kommt wieder – spätestens in ein paar Jahren. Bis dahin mach es dir so leicht wie möglich und lebe nach dem Motto „was man nicht sieht, ist nicht da“.

2. Erkenne deine Grenzen

Das hochsensible Mamas gerne alles perfekt machen wollen macht ihnen den Alltag mit Kind oft nicht leicht. Je mehr wir an einem Tag das Gefühl haben „versagt“ zu haben, desto größer wird die Anspannung. Wichtig ist es, dass du deine Grenzen erkennst und sie nicht ignorierst. Oftmals bemerkt man erst eine rein körperliche Anspannung und spätestens dann wenn du merkst, dass du auf alles nur noch genervt reagierst musst du deine Grenze erkennen und eine Pause einlegen. Je besser du dich mit dir selbst auseinandersetzt und deine Grenzen zeitnah erkennst, desto mehr kannst du verhindern überhaupt in den „Panik-Modus“ zu kommen. Im Panik Modus machen hochsensible Menschen nämlich alle Schotten dicht und verlieren, wenn sich kein Rückzugsort findet, teilweise auch die Kontrolle über ihre Emotionen. Dies ist schrecklich, denn nach einem „Ausraster“ kommt das schlechte Gewissen und das Gedankenkarussell, welches darauf folgt, verhindert gänzlich, dass man noch präsent bei seinem Kind sein kann.

3. Schaffe deinen Rückzugsort

Je größer das Kind wird desto mehr besteht die Möglichkeit sich Pausen vom Mama Alltag zu gönnen. Hat man die Möglichkeit, dass man sein Kind für ein paar Stunden in fremde Hände geben kann, sollte die freie Zeit auf keinen Fall für Hausarbeiten, Einkäufe oder sonstige Erledigungen genutzt werden sondern ausschließlich für sich selbst! Braucht man das Abhaken der „To-Do´s“ um entspannt sein zu können sollte die freie Zeit 50:50 aufgeteilt werden. Nur wenn du dir in deiner freien Zeit auch Zeit für dich selbst nehmen kannst können Körper und Geist auftanken! Hast du keine Betreuungsmöglichkeit, nutze die Zeit während dein Kind schläft ausschließlich für dich und schaffe dir Oasen im Alltag.

4. Erkenne die Macht deiner Gedanken

Da man sich nicht ständig im Badezimmer einsperren kann wenn einem der Geräuschpegel zu hoch wird oder man den fünften Wutanfall seines Kindes begleitet ist es wichtig, die Macht seiner Gedanken zu erkennen. Man kann nämlich auch ganz leicht gedanklich kurz flüchten indem man in stressigen Situation einfach „abschaltet“. Stelle dir einen Rückzugsort vor, ein Ort an dem es ruhig ist, an dem du Kraft sammeln kannst und geschützt bist. Kommt es im Alltag zu brenzligen  Situationen gehe gedanklich an diesen Ort und konzentriere dich auf deine Atmung. Das kurze Verlassen der Situation wirkt Wunder! Du kannst aber auch einfach eine lustige Melodie summen, hauptsache du flüchtest dich kurz aus der Stresssituation.

5. Liebe dich selbst so wie du dein Kind liebst

Mir der Selbstliebe ist es nicht so einfach, ich weiß. Dennoch bringt Selbstliebe automatisch mit sich, dass man nicht mehr so hart mit sich ins Gericht geht, dass man den Perfektionismus ablegen kann, dass man das Leben so annimmt wie es ist und vor allem sich selbst, mit allen Eigenschaften, akzeptiert. Was oft dabei hilft ist die Liebe zu deinem Kind zu betrachten. Egal wie es sich benimmt, egal ob es uns an unsere Grenzen bringt oder welche Eigenschaften es hat – wir lieben es bedingungslos. Wir sollten uns selbst so lieben wie wir unsere Kind lieben. Bedingungslos.

 


Literatur zum Thema hochsensible Mamas:

 

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Mein eigener Artikel mit dem Test ob du eine hochsensible Mutter bist:bin ich eine hochsensible Mama?

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